Wann reicht's dir?
Wann reicht's dir?
Die Frage klingt erst mal nach Geld.
100.000 Euro im Depot. Das Haus abbezahlt. 3.000 Euro Rente im Monat. Vielleicht auch 500.000 Euro, weil sich das noch ein bisl sicherer anhört.
Nur... welche Zahl soll dir eigentlich sagen, dass es jetzt reicht?
Meistens haben wir da schon eine Antwort im Kopf. Wenn ich diese Summe erreicht hab, bin ich sicher. Dann kann ich weniger arbeiten. Mehr reisen. Meinen Kindern was geben. Endlich entspannter mit Geld umgehen.
Also sparst du.
Und irgendwann hast du die Zahl erreicht. Das gute Gefühl ist kurz da. Danach kommt die nächste Frage: Reicht das auch wirklich?
Also setzt du die nächste Zahl.
Weil wir Geld mit Dingen aufladen, die sich ned so einfach berechnen lassen. Sicherheit. Freiheit. Glück. Ruhe.
Das Problem dabei: Geld kann dir Möglichkeiten geben. Das Gefühl dazu liefert es nicht automatisch mit.
"Genug" ist halt keine Zahl auf deinem Konto. "Genug" ist ein Gefühl.
Und vielleicht haben wir deshalb bisher mit der falschen Frage angefangen:
"Wie viel Geld brauchst du?"
Die kannst erst beantworten, wenn du weißt, wofür.
Wie sieht genug Leben in deinem Sinn aus? In eurem?
Wie viel Zeit willst du für dich haben? Wie willst du wohnen? Mit wem willst du deine Tage verbringen? Welche Arbeit willst du noch machen? Was willst du erleben, lernen oder weitergeben?
Manches davon kostet Geld. Manches kostet weniger, als du denkst. Und manches bekommst auch mit dem größten Depot nicht hin.
Erst wenn dein „genug Leben" Konturen kriegt und Gestalt annimmt, kannst du ausrechnen, wie viel Geld dafür nötig ist.
Dann geht's um deine laufenden Ausgaben, Rücklagen, Steuern, Pflege und größere Wünsche. Auch um die Frage, was später noch übrig bleiben soll. Soll überhaupt was übrig bleiben?
Ein Finanzplan kann dir sagen, ob dein Geld für dieses Leben reicht. Er kann dir auch zeigen, wo du dich entscheiden musst.
Was er dir nicht abnehmen kann: herauszufinden, welches Leben sich für dich nach genug anfühlt.
Vielleicht reicht dir dein Geld schon längst.
Vielleicht fehlt dir noch Geld.
Oder du hast die Frage nach dem Leben bisher einfach übersprungen.
Wann hast du "genug" Leben in deinem Sinn? Wann hast du dafür genug Geld? Wann reicht's dir?
Weißt du's?
Schönen Sonntag noch.
Beste Grüße,
Matthias